The Rum Factory

Gutes darf man gerne wieder ins Rampenlicht zurückholen. Und genau das geschieht gerade auf dem Areal der Albert Michler Distillery im tschechischen Bukova. Der K&K Spirituosen-Kult erstrahlt unter dem Markennamen „The Rum Factory“ wieder in neuem Glanz.

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Zurück zu den Wurzeln

2016 begannen die Arbeiten für die „Wiederbelebung“ der 1945 aufgegebenen Albert Michler Destillerie im schlesischen Buchsdorf, heute das tschechische Bukova. Und mittlerweile ist man schon auf einem sehr guten Weg, dem geschichtsträchtigen Unternehmen aus den Glanzzeiten der K & K Monarchie, wieder Leben einzuhauchen. Das ganze berappen die Eigentümer aus der eigner Tasche und befreien sich damit bewusst von etwaigen Einflussnahmen irgendwelcher Investoren. Ein mutiges und bewundernswertes Unterfangen, wie wir meinen. Die feierliche Wiedereröffnung ist um das Jahr 2021 geplant. Und wir haben die Ehre, mit dabei sein zu dürfen. – Wir freu´n uns drauf!

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Haben gut lachen die beiden Herren: Martin Prehnal und David Kaiserlich

Die_Inhaber

Ein kurzer Schulterblick

Seinerzeit – zwischen 1863 und 1945 - galt die Albert Michler Distillery als feste Spirituosen-Größe im Habsburger-Reich, versorgte die Marine und gar den royalen Hof mit Absinth, Bitterlikören und – vor allem – gekonnt kreierten Rum-Spezialitäten aus der Karibik. Das Ende des Vielvölkerstaates nach dem ersten Weltkrieg und territoriale Gebietsabtretungen mitsamt den damit einhergehenden Flüchtlingsbewegungen nach dem zweiten Weltkrieg, bedeuteten auch für die Albert Michler Destillerie das Ende.

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in das Hier und Jetzt

Ein Name der verpflichtet! In den altehrwürdigen Gebäuden schlummern bereits edle Rumfässer neueren Datums aus der Karibik, völlig unberührt von den umtriebigen Renovierungsmaßnahmen. Dort warten sie darauf, wie früher, miteinander vermählt und abgefüllt zu werden. Unter dem Namen „The Rum Factory“ frönt man der Lust am Rum-Blenden und der Freude an der mitunter abenteuerlichen Suche nach den richtigen Karibik-Fässern. Und die hat man letztendlich bei der Bodega de America S.A. im mittelamerikanischen Panama entdeckt.
Aus dem hier:

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wurde schon einmal das hier:

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Die Gegenwart  – Die Distillery Collection

Quasi die Ouvertüre, ist eine Sonate aus einem speziell für The Rum Factory geblendeten Trio unterschiedlich alter Rums. Das jüngst erschienene Quartett wird komplettiert von einem gelungenen Rum-Likör. Der jüngste Rum im Bunde ist eine Assemblage aus mindestens 10 Jahre in amerikanischen Weißeiche Fässern gereiften Rums. Gefolgt von einem über 12 Jahre alten Blend. Und schlussendlich ergänzt von einem Rum-Senor, dessen eaux-de-vie mindestens 15 Lenze zählen. Vervollständigt wird die Phalanx von einem knapp 7 Jahre alten Rum-Likör der mit Rohrzucker und getrockneten Früchten verfeinert wurde.

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Und das ist erst der Anfang......

Auf gen Zukunft – Die Double Cask Collection

Nun, das Trio, bzw. das Quartett ist erst der Startschuss einer ganzen Reihe an geplanten Neuerscheinungen aus dem Hause Albert Michler. Diesen Herbst werden erstmals die geplanten Continental-Finished Rums (eben jene in den Kellern schlummernden Rums) in die Flasche gebannt. Dabei liegt hier der Fokus auf das harmonische Ineinandergreifen von tropischen Reifejahren mit der Reifewirkung des recht robusten, europäischen Kontinentalklimas auf verschiedene Rumsorten. Diese Abfüllungen erscheinen mit 45 Volumen Prozent um die aromatischen Nuancen noch besser zu transportieren. Dazu werden die diversen Rum-Sorten aus Südamerika in Albert Michler eigene Fässer eingelegt und in Bukova nachgereift.

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Und noch einen Schritt weiter – Die Single Cask Collection

Um das Portfolio komplett zu machen, werden ab 2020 – voraussichtlich ab dem zweiten Quartal -  die ersten Single-Cask Rums (Einzelfassabfüllungen mit all ihren unterschiedlichen Teints) abgefüllt. Um hier den jeweiligen Destillerie Charakter expressiver zu betonen, werden diese Editionen in unterschiedlichen Stärken abgefüllt. Auch diese Fässer durchlaufen das Continental-Aging, werden also in den Kellern der Albert Michler Destillerie verfeinert. Aktuell befinden sich im Fasskeller schon einige Schätze aus Panama, Guatemala, Jamaica, Barbados und der Dominikanischen Republik. Auch diese Rum Sorten werden in die Tschechische Republik verschifft, verbleiben allerdings in ihrem Original-Fass. In eben jenen Heimatgehölzen reifen die Destillate mitunter mehrere Jahre im europäischen Klima nach. Der fertige Rum wird sich durch dieses Continental-aging deutlich von seinen gleichaltrigen Geschwistern, die lediglich in den Tropen heranreiften, unterscheiden.

Das Continental Aging – Das Spiel mit Temperaturen

Wie läuft es denn ab, das Continental Aging?

Wie diversen Rum-Sorten reifen jahrelang in ihrer karibischen Heimat, bevor sie nach Bukova verschifft werden. Dort wandern die Fässer in die frisch renovierten, historischen Albert Michler Keller um noch das ein oder andere Jahr an kontinentaler Reife zu erhalten. Entweder verbleiben die Rums in ihren Ur-Fässern, oder werden in Albert-Michler-Fässer umgelegt. Je nach Gusto entscheidet anschließend der Master Blender (das Näschen ist hier entscheidend) zu welchem Zeitpunkt der Rum nun abgefüllt werden kann. Erneut machen sich die Fässer auf den Weg, diesmal nach Prag, dort hat der kooperierende Abfüller seinen Sitz. Allerdings legen die Rums hier noch einmal eine kleine, dennoch entscheidende Ruhephase ein. Sie liegen (natürlich in ihren Fässern) weitere 3-4 Monate in einem temperatur-regelbaren Klimaraum. Innerhalb dieser Biosphäre kann man sowohl die Temperatur als auch die Luftfeuchtigkeit fast nach Belieben regulieren. Ein spannendes Feld, das den Teint des jeweiligen Rums ungeheuer beeinflusst und eine enorme Bandbreite an Möglichkeiten erschließt.

Unser Fazit

Nach dem rundum gelungenen Erstlingswerk das wir bei uns im Weisshaus-Shop verkostet haben, sind wir in der Tat gespannt auf die Nachfolge-Editionen aus der Rum Factory.

 
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